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Die historische Entwicklung und frühe touristische Erschließung ...

... der Sächsischen Schweiz

Das Leben von Menschen im Elbsandsteingebirge konnte bis in die Bronzezeit, etwa 1.800 v. Chr. zurückverfolgt werden. Die Namen von Flüssen und Ortschaften lassen vermuten, dass sich zuerst slawische Stämme in den Flussniederungen sesshaft machten. Die deutsche Kolonisation begann ab 12. Jahrhundert bis ins späte Mittelalter vor allem durch aus Mainfranken stammende Siedler. Sie rodeten die Ebenheiten und legten dort ihre Waldhufendörfer an. Die ersten Burgen entstanden um 1250 und dienten dem Schutz des Handelsverkehrs zwischen Böhmen und der Lausitz. Vom 16. bis 18. Jahrhundert erlangte das Gebiet große wirtschaftliche Bedeutung. Elbsandstein und Holz wurden zum begehrten Baumaterial für die Städte an der Elbe, hervorragender Eisenguss wurde hergestellt und die Elbe war der wichtigste Transportweg zwischen Böhmen und Sachsen.

Bis in das 18. Jahrhundert hinein war das allgemeine Interesse der Bevölkerung an den „Böhmischen Wälder“, wozu man ebenfalls die Lausitz und das Erzgebirge zählte, noch nicht erwacht. Da wurden Mitte des 18. Jahrhunderts Jean Jacques Rousseaus Werke „Rückkehr zur Natur“ bekannt. Die Schriften gewannen auch Einfluss auf die Stadtbevölkerung und es begannen zum Beispiel die Dresdner die Naturschönheiten der Umgebung zu entdecken. So war die Landschaft des „Elbsandsteingebirges“, auf Grund der spannungsvollen Gegensätze und der Formenvielfalt in besonderer Weise beschaffen, das Musterbeispiel einer romantischen Landschaft zu werden.

Mit der im Jahr 1764 erfolgten Berufung der beiden Schweizer Maler Anton Graff und Adrian Zingg an die eben reformierte Kunstakademie kamen zwei Künstler nach Dresden, die sich spontan von der Elbsandsteinlandschaft gefangen nehmen ließen. Der Name „Sächsische Schweiz“ ist ihnen zu verdanken. Dieser Name wurde schnell volkstümlich und auch von den Reisenden übernommen. Es war üblich, bei einem Dresden Besuch auch eine mehrtägige Reise in die Sächsische Schweiz zu unternehmen. Bereiste man die Sächsische Schweiz, erfolgte das üblicherweise auf der „Malerstraße“. Man konnte sicher sein, dass hier ausgesuchte Punkte meisterhaft aneinander gereiht waren (siehe auch Malerweg).

Die Entdeckung der Landschaft führte zu einer stürmischen Entwicklung des Tourismus. Die Entdeckung des Reisezieles Sächsische Schweiz war aber auch eine willkommene Alternative für die Einheimischen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen bzw. aufzubessern. So erbot man sich als Reiseführer, reichte Erfrischungen oder stellte Nachtquartiere, ja auch Träger und Maultierhalter standen für vornehme Reisende bereit. Der Ausbau eines Wegenetzes, der Bau von Gaststätten und Übernachtungsmöglichkeiten an den begehrtesten Reisezielen, waren die Folge. Es begann auch Entstehung einer Literatur über die Sächsische Schweiz. So wie der Lohmener Pfarrer C. H. Nicolai (1739 bis 1823), Verfasser des ersten Reiseführers, hat vor allem W. L. Götzinger (1758 bis 1818) die Grundlage für die spätere Erschließung des Fremdenverkehrs geliefert. Angeregt durch Götzingers Buch „Schandau und seine Umgebung oder die Beschreibung der Sächsischen Schweiz“ begann das allgemeine Interesse an den Sehenswürdigkeiten dieser Landschaft zu wachsen.

Besonders die Bastei, der Königstein und der Kuhstall zogen die Besucher an. 1810 verweilte Theodor Körner in Schandau nannte die Stelle einen Kraft- und Prachtplatz der Natur. Eine Reihe von Gebirgsvereinen wurde gegründet und es begann die Entwicklung des Klettersports in der Sächsischen Schweiz. Von nun an ging die Erschließung der Sächsischen Schweiz rasch voran. 1837 „qualmte“ das erste Personendampfschiff, die „Königin Maria“, durch die Sächsische Schweiz. 1851 wurde die Eisenbahnstrecke Dresden - Prag eröffnet. 1869 verweilte als erster Feriengast der Dresdner „Königliche Kammermusikus“ Arno Kabisius mit seiner Familie in Gohrisch. 1898 wurde die elektrische Kirnitzschtalbahn in Betrieb genommen. Heute ist der moderne Fremdenverkehr in der Sächsischen Schweiz zu einem Haupterwerbszweig geworden.